Gründungsmythen der Piratenpartei

Die Piratenpartei muss sich professionalisieren. Das steht außer Frage. Dazu zählt meiner Ansicht nach auch, dass man diverse Gründungsmythen endlich mal klarstellen sollte:

  1. „Themen statt Köpfe“, „Inhalte statt Personenkult“: Gilt nur bedingt. In der Vergangenheit konnten wir beobachten, dass einzelnen Piraten gegenüber eine Art Personenkult, vor allem seitens der Medien, aufgebauscht wurde (siehe vor allem Christopher Lauer, Marina Weisband). Dank der schnellen Rotation der Vorstandsposten ist es zwar immer noch genug Abwechslung ohne dass einzelne zu viel in der Öffentlichkeit stehen, dennoch schießen sich Medien gerne mal auf die ein oder andere Person ein.
  2. „Wir haben keine Ideologie“: dazu habe ich ja schon was geschrieben. Ideologie ist ohne Zweifel da, und des hilft nichts, sie zu leugnen. Es darf allerdings nicht zu einer Verbohrtheit und Engstirnigkeit kommen, nur weil man stets „Freiheit“ in den Ohren hört.
  3. „Wir sind ehrlich und sagen, wenn wir zu einem Thema nichts wissen“: Wird auf lange Sicht schwierig werden, wenn wir eine Bundestagsfraktion haben, sogar beinahe unmöglich. Zu groß wird der öffentliche Druck sein, klar Stellung zu beziehen.

Was ich damit sagen möchte: was 2006 und 2009 noch als noble Werte wahrgenommen wurde, ist im Zuge einer Professionalisierung möglicherweise nur noch schwer durchsetzbar. Die Piraten sind eben keine anarchistische Gruppe, und wir können auf Dauer nicht nur die Medien und die anderen Parteien anfeinden. Politik ist nun mal wie sie ist.

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